Im vergangenen August hatte ich kurz darüber geschrieben, ob die Haltung von Tieren in Zoos gerechtfertigt ist. Unter anderem führte ich folgendes Argument für Zoos an:
Für Zoos und Tierparks spricht, dass die meisten Menschen ohne sie keine Gelegenheit hätten Giraffen und Bären gegenüber zu stehen. Wie sonst sollte man Stadtkindern beibringen, was ein Chamäleon ist?
Eine Diskussion im Englisch-Kurs der Universität hat mich nun jedoch dazu gebracht an diesem Argument zu zweifeln. Wir hatten ebenfalls darüber diskutiert, ob Zoos nicht besser verboten werden sollten und natürlich kam auch mein obiges Argument auf. Eine Kommilitonin widersetzte sich diesem aber. Sie verwies auf die sogenannten Völkerschauen.
Eine Völkerschau bestand aus Menschen fremder Völker, die für die europäischen und nordamerikanischen Bürgern ausgestellt wurden. Asiaten, Südamerikaner und Afrikaner, sie alle wurden in Zoos und auf Jahrmärkten den Deutschen und Engländern vorgeführt. Die meisten Europäer hätten sonst nie Menschen jener Länder zu Gesicht bekommen. Und so nannte man die Völkerschauen auch “anthropologisch-zoologischen Ausstellungen”. Noch 1931 gab es die Veranstaltung “Kanaken der Südsee” auf dem Münchner Oktoberfest.
Damals wurde die Haltung von Menschen mit Lehrzwecken gerechtfertigt. Bisher hatte ich dieses Argument zur Haltung von Tieren benutzt. Das werde ich fortan unterlassen. Das Wissen sollte man sich womöglich besser durch Bücher aneignen.
25. Oktober 2012 - PermalinkContinuous reasoning edited by Tim Radtke
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